Agrarstrukturanalyse und Konzepte für nicht genutzte landwirtschaftliche Flächen und Räume

Ausgangssituation:

Die zunehmende Aufgabe landwirtschaftlicher Betriebe durch den Strukturwandel in der Landwirtschaft, insbesondere durch die Lage im oder in der Nähe des Zentralraumes Linz führt unter Anderem zu folgenden Entwicklungen:

• Brachfallen von landwirtschaftlichen Flächen
• Funktionsverlsut von landwirstschaftlichen Gebäuden
• Verlust von Lebensraumqualität für die BewohnerInnen der UWE Gemeinden und der Erholungsqualität für die Bewohner der Landeshauptstadt Linz.

Die landwirtschaftlichen Betriebe der Gemeinden in der Donauebene zeigen im Gegensatz zu den im Hügelland gelegenen keine Tendenzen zur Flächenaufgabe.
Derzeit extensiv genutzte Flächen wie Kulturweiden und Hutweiden im Ausmaß von ca. 115 ha verdeutlichen die Problematik der Offenhaltung der Kulturlandschaft.
Strukturveränderungen sind produktionsraumbezogen unterschiedlich.

Anzahl der Betriebe im Jahresvergleich :

Gemeinde
2003
2006
Differenz
in %
Eidenberg
116
110
-6
-5,17
Feldkirchen
175
171
-4
-2,29
Gramastetten
140
134
-6
-4,29
Lichtenberg
69
65
-4
-5,80
Ottensheim
32
30
-2
-6,25
St. Gotthard
48
45
-3
-6,25
Goldwörth
34
35
+1
+2,94
Puchenau
21
23
+2
+9,52
Walding
68
68
0
0
Summe
703
681
-22
-2,17

 

 

Konzept:

Im Rahmen einer Zusammenarbeit zwischen VertreterInnen aus Kultur und Landwirtschaft und den Impuls von LEADER wurde ein 4-teiliges Projekt entwickelt um neue Lösungsansätze im Umgang mit dieser Situation zu aufzuzeigen.

1. Grundlagenerhebung:
Um konkrete Projekte und Maßnahmen auf solchen Flächen zu verwirklichen ist es notwendig, in den einzelnen Gemeinden diese Flächen zu erheben und zu bewerten um im nächsten Schritt Konzepte für diese Flächen und Räume zu entwickeln. Erstellt werden soll eine Übersicht über die Gemeinden der Region UWE und eine Auflistung von Betrieben, die Ihre Flächen nicht mehr selber bewirtschaften oder aus der Produktion genommen haben.

2. Ideenentwicklung für die aus der Grundlagenerhabung hervorgegangenen Leerstände.

3. Parallel zu 1+2 wird schon ein Musterprojekt - eine Großräumige Landschaftsskulptur auf einer Fläche verwirklicht, die den anderen Gemeinden zur Realisierung von Schritt 4 als Vorbildmodell dienen soll.

4. Im letzten Schritt werden LandArt Projekte in allen UWE Gemeinden realisiert, die durch ein Wanderwegenetz verbunden werden.
Zudem soll Phase 4 für die Produktion weiterer in Phase 2 entwickelter Ideen offen sein.

In den Gemeinden der UWE Region werden Künstlerinnen und Künstler von der Projektleitung dazu eingeladen großformatige Landschaftsskulpturen zu schaffen, die inhaltlich einen kritischen Umgang mit Fakten der Region und deren Entwicklung ansprechen sollen – deren Erscheinung also nicht nur dekorativ sein soll.
Sie sollen aufmerksam machen und den Blick schärfen.
Diese Landschaftsbilder können zum Einen temporär durch Materialwahl und Jahreszeit begenzt sein wie z.B: aus Stroh, Schnee oder Wiesen und würden so ein wechselndes Programm ermöglichen, das jährlich neu gestaltet werden muß
Als zweite Möglichkeit bietet sich an, anhand von Anpflanzungen, Granit oder Erdbewegungen langfristige Veränderungen zu schaffen.
Es ist durchaus denkbar die beiden Produtkionstypen nebeneinander enstehen zu lassen.
Die Produktion wird, soweit möglich, von den Landwirten übernommen.
Die enstandenen Kunstwerke werden gemeinsam beworben und vermarket – eine Begleitscheine mit Gastronomie auf Höfen sorgt für die Verpflegung der Besucher.

 

 

Teilprojekte Im Detail:
Zeitraum Ziele Inhalte Kostenschätzung Aufgabenverteilung, Beteiligte
Projekt 1 : Raumanalyse, Strukturerhebung und Präsentation der Ergebnisse dieser Analyse in Form einer öffentlichen Ausstellung

Beginn:
Frühjahr 2008

Präsentation:
Sommer 2009

erste Schritte: Die UWE Gemeinde müssen Ihr Interesse dem Land kundtun und den Antrag für die Erhebung an die Agrarbehörde stellen.

Darstellung von landwirtschaftlichen Problemflächen in der UWE,
Extakte Datenerhebung und Visuelle Darstellung der Ergebnisse für die Öffentlichkeit

· Agrarstruktur- und Landschaftsanalyse in der UWE
· Bewertung der Raumfunktionen für ldw. Produktion, Erholung, Waldwirtschaft (Eignungs- und Gefährdungsbereiche)
· Projektabstimmung mit anderen Projektgruppen (z.B. "Naturbühnen", ...)

Visualisierung Kulturlandschaftsdynamik

Die Datenerhebung kann teils von den beteiligten Behörden übernommen werden, teils müssen aus Kapazitätsgründen private Unternehmen eingebunden werden.

Planungsphase: 13.000,-

Kosten für Durchführung und Auswertung der Umfrage, Präsentation und Datenvisualisierung: 68.000,- €

Datenerhebung:
Agrabehörde für OÖ, Dr. Martin Kastner
Landwirtschaftskammer OÖ,
Johannes Breitenfellner

Anfrage bei Statistik Austria bzgl. Unterstützung
(siehe Agrarstrukturerhebung 2005)

Aufbereitung und Präsentation: Kunstleistungsbetrieb,
Mag Susanne Posegga

Beispiele für Visualisierung von statistischen Daten in semantischen und/oder dynamischen Netzwerken, Netzwerkanalysen:

http://www.fas.at/

FAS.research - Network Analysis for Science and Business


http://www.fdr.at/projekte/index.php?n=402&lang=DE

'Hab & Gut- was ein Dorf kann', Statistische Darstellung aller bezahlten und unbezahlten Fähigkeiten der Bewohner eines Ortes , Festival der Regionen 2005


http://www.aec.at/europa-in-sicht/gedankenlandschaft.html


Gedankenlandschaft von Dietmar Offenhuber,
AEC Futurlab für die Konferenz 'Sound of Europe':

Projekt 2 : Entwicklung von Nutzungskonzepten anhand der Ergebnisse der Strukturanalyse

Beginn:
Frühjahr 2009

Präsentation der Ergebnisse:
Herbst 2009

Konkrete Nutzungsvorschläge nach Art und Standort:
Anleitungen für Maßnahmen und Projekte als Nutzungsalternativen.
Koordination spezifischer Flächennutzungs-Projekte mit anderen UWE Projekten (Synergieeffekte).
Neue Einkommensquellen f. LW, alternative Nutzung und Pflegeformen für gefährdete Flächen, Funktionale Bewertung der ldw. Nutzflächen als Basis für zukünftige Entwicklungs- und Nutzungsentscheidungen (Aufforstung, Spezialkulturen, Fläche für NAWAROS, Freizeitnutzung, erhaltenswürdige Flächen und Gebäude (Naturschutz, Kulturerbe,...), etc., Grundlage für Entschädigung von Landschaftspflegeleistungen der LW.

Projekte in folgenden Bereichen zu entwickeln:
Nutzungsbeispiele:
Freizeitnutzung in attraktiven Landschaftsräumen wie Bachtäler

Sicherung der Offenhaltung gefährdeter Landschaftsräume durch Landschaftspflege (Vertragsnaturschutz).
Standorte für Energiepflanzen in Gunstregionen.
Einkehrstationen/Direktvermarktung ldw. Produkte.
Gestaltungsmaßnahmen in der Landschaft zur Attraktivitätserhöhung (Beispiel: Emscher Landschfaftspark).
Räume mit besondere Bedeutung für das öffentliche Interesse am Naturschutz, Erholung, Siedlungs- und Wohnqualität.

Planungsphase: 16.500,-

Präsentation: 1500,-

( Im Zusammenhang mit Ergebnissen aus Projekt 1)

Projektleitung:

Agrabehörde für OÖ, Dr. Martin Kastner
Landwirtschaftskammer OÖ,
Johannes Breitenfellner, Susanne Posegga, Kunstleistungsbetrieb

Beispiel für Nutzungskonzepte:

Emscher Landschaftspark
http://www.rvr-online.de/elp2010/index.php

Projekt 3: Umsetzung einer Landschaftsskulptur (LandArt) als Musterprojekt

Beginn:
Frühjahr 2008

Schritt1: Infokampagne

Standortvorschläge Frühjahr 2008 (in Ableitung erster Ergebnisse aus der Landschaftsanalyse)

Umsetzung ab Herbst 2008.

Eröffnung :
Herbst 2009

Beispiel für eine kulturelle Nutzung von ungenutzten Flächen:

Landartprojekt auf einer ungenutzen Fläche

 

Gleich zu Begin der Strukturananlyse wird die Kooperation mit einem/mehreren interessierten Landwirten gesucht um ein Musterprojekt aufzuziehen, das nach ähnlicher Vorgangsweise später in allen UWE Gemeinden realisiert werden soll

Planung: 12.800,-

Produktion: 78.700,-
(ausgehend von ca. 2000 m² Fläche bei nur 35€/m² Produktionskosten)

Gewinnung von Bauern als Projekttmitträger

Gestaltung und Koordination: Susanne Posegga

Schulungsmaßnahmen

(Zusammenarbeit mit LFI?) für Landwirte zur Anlage und Pflege des Landartprojektes

 

Beispiele für LandArt Projekte:


Christo & Jeanne Claude
http://www.channel4.com/
culture/microsites/B/bigart/
gallery_2_gallery_2.html











James Turrel
Roden Crater
http://www.orbit.zkm.de/?q=node/31
1


Taiwan Land.art | Wind.art
http://subvision.net/sky/events/taiwan
/taiwan2005/taiwan-land-sky.htm


Hans Peterson
http://www.sculptor.nu/landart.htm

 
Projekt 4: Entwicklung von Landschaftsskulpturen (LandArt) für alle UWE Gemeinden und Verbindung derselben mit einem Wanderwegesystem

Beginn:
Herbst 2009

Fertigstellung:
Sommer 2011

Jede UWE Gemeinde hat nach Abschluß dieser Phase ein Landart Projekt, das mit den anderen auf Wanderwegen verbunden ist. · Land Art – Projekt: UWE Gemeinden vernetzendes Projekt mit großformatigen Landschaftsskulpturen, landschafts- und für die LW/FW produktionstypische Gestaltungsformen -von Künstlern und Künstlerinnen (national/international) gestaltet. Stadtumlandattraktion mit unterschiedlichen Erlebnisdimensionen , gekoppelt mit Freizeitinfrastruktur und Gastronomie (bäuerlich, gewerblich);

Planung: 83.900,-

Produktion: 616.200,-

(ausgehend von ca. 2000 m² Fläche pro Gemeinde bei nur 35€/m² Produktionskosten, bzw. bei höheren Kosten dementsprechend kleiner)

Mitarbeiter: Projektleiter Kunst, Projektleiter Landwirtschaft, Koordinator für Tourismus, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit,

Koordination mit Naturbühnen , Dierektvermarktung u anderen LEADER Projekten.

evtl. können Schulungen durch das LFI durchgeführt werden?